Die neue Bibel der progressiven USA

Politik | Rezension: Robert Misik | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

In einem Sammelband erweisen Ökonomen, Journalisten und Anarchisten der Occupy-Bewegung ihre Reverenz

Ein Wälzer mit dem Titel "The Occupy Handbook“, da würde man sich hierzulande wohl eher eine Attac-Fibel vorstellen oder vielleicht gar eine Anleitung zum Aufbau von Zelten. Umso beeindruckender ist, was die Autorin Janet Byrne zwischen zwei Buchdeckel gepackt hat.

Byrne hat für ihren Sammelband hochklassige Autoren gewonnen: Notenbankerlegende Paul Volcker, Spitzenökonomen wie Paul Krugman und Nouriel Roubini, Clintons Arbeitsminister Robert Reich, den Oberanarchisten David Graeber und den einflussreichsten Wirtschaftsjournalisten Martin Wolf von der Financial Times. Sie liefern neben anderen Größen beeindruckende Essays in dem 535-Seiten-Reader.

Das zeigt nicht nur, welch eine Wirkung die Occupy-Bewegung auf Teile des linksliberalen Establishments hatte. Gerade unter Wirtschaftswissenschaftlern in den USA hat sich ein progressiver, neokeynesianischer Flügel entwickelt, der längst


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