Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Outsourcing in Ottakring oder: Wie eine Pizzeria ein Parkpissoir ersetzt

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Das Pissoir im Stöberpark war hässlich, heruntergekommen, unbenützbar - und denkmalgeschützt. Eine Generalsanierung hätte 20.000 Euro gekostet, es wäre dann aber immer noch "nur“ ein Pissoir geblieben. Ein neues Klo für Mann und Frau wäre noch viel teurer gekommen, das wollte sich der Bezirk nicht leisten. Deshalb ließen die Ottakringer Kommunalpolitiker das 83-jährige Stück Toilettengeschichte nach Verhandlungen mit dem Denkmalschutz abtragen.

Für Parkbesucher, die ihr Geschäft machen müssen, hat die Politik nun ein Geschäft mit der Pizzeria Vesuvio nebenan abgeschlossen: Jährlich bekommt das Lokal 662 Euro, dafür dürfen Parkbesucher dort aufs Klo gehen. Bewährt sich die Klopartnerschaft, könnte es das Ottakringer Outsourcingmodell künftig auch in anderen Parks der Stadt geben. Das alte Pissoir bekommt indes eine neue Heimat: Es wird im Museum der MA 48 am Gelände der Deponie Rautenweg wiederaufgestellt.


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