Mediaforschung  Nachfragekolumne

Braucht jedes gute Ende ein Bier, Herr Thompson?

Medien | Katharina Mittelstaedt | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Für Kinder ist es der Schlecker am Ende eines tränenlosen Arztbesuches. Für den Hund des Pawlow ist es das Futter nach dem Verstummen der Klingel. Am Ende eines gelungenen Tages des durchschnittlichen Österreichers? Das Bier, eine Belohnung - man gönnt sich ja sonst nichts.

Diese Konditionierung impliziert zumindest der neue Markenauftritt des Salzburger Gerstensaftriesen Stiegl, den die Agentur Demner, Merlicek & Bergmann inszeniert hat. Im ersten Spot der neuen Reihe kann eine Braut vorerst nicht zu ihrer Landhochzeit anreisen, weil ein Autoreifen geplatzt ist. Bedrückte Stimmung, Frauentränen, den Gästen dämmert: Sie kommt nicht.

Ein besonders Durstiger will sich trösten, doch: "Ka Hochzeit, ka Fest, ka Fest, ka Bier“, sagt der Wirt. Dann die Wende: Der Fahrer ersetzt den kaputten Reifen mit einem Rad, das er aus dem Holz eines am Weg liegenden Plumpsklosetts baut. Sie können somit weiterfahren. Jubel - Freude - Küsse - Heiterkeit - und, endlich: Bier!

Von Werbepsychologie will der Kreativdirektor jedoch nichts wissen: "Es war der Wunsch da, Stiegl eine neue Heimat zu geben. Und da hatten wir Glück, dieses nette kleine Dörfchen zu finden“, sagt Alistair Thompson. "Was wir machen, ist nichts anderes, als die romantischen, lustigen und tragischen Geschichten der Einwohner zu erzählen. Denn glücklicherweise endeten die alle mit dem besten Bier.“

Wie es doch der Zufall mit der Agentur Demner, Merlicek & Bergmann immer gut meint - Prost!


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