Ohren auf  Sammelkritik: verhaltensauffälliger Pop aus Österreich

Die Gier is schiach, die Gier is a Hund

Feuilleton | Gerhard Stöger | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Es ist kein bestimmter Musikstil, der Glutamat auszeichnet, sondern eine Haltung. Sie lautet: "Keinen Fußbreit der Gemütlichkeit!“, und auch auf dem fünften Album "Sturm der Herzen“ (Konkord) zeitigt dieses Credo wieder ganz unterschiedliche, aber durchwegs spannende Ergebnisse. Das Wiener Sextett, dessen Mitglieder auf klingende Namen wie King Augenring, MP Kopflos oder Thesa Tödlich hören, hat zornigen Noiserock ebenso im Programm wie entspannten Reggae, Avantgardepop und Klangspielereien. Einmal gibt es Jazz Noir mit souligem Gesang, dann wieder 1-Akkord-Gebolze, experimentelle Frickelei, Trauermärsche mit LSD im Blut, Postrock oder aber einen tanzbaren kleinen Ohrwurm. Es ist also ein ordentliches Wirrwarr, aber: Es ist auch eine wahre Freude.

Claus Prellinger und Günter Klinger sind zwei alte Hasen der oberösterreichischen Musikszene. Als C-60 spielen sie seit 2003 Elektrorock mit deutschen Texten, die den Glücksversprechen der bunten Medienwelt nicht so recht trauen wollen,


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