7  Sachen, die Sie über Ringstrassencafés eventuell nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Es gibt Gerüchte, das Café Schottenring würde schließen ...

... dann wären’s nur mehr drei.

Drei was?

Drei Ringstraßen-Kaffeehäuser: das Prückel, das Schwarzenberg und das Landtmann.

Hat es denn einmal viel mehr Cafés am Ring gegeben?

Aber hallo! In der Hochzeit der Wiener Kaffeehäuser Anfang des 20. Jahrhunderts gab es allein am Ring 27 große Cafés. Als in den 1950er-Jahren das erste Kaffeehaussterben einsetzte, wurden aus den meisten Ringstraßenlokalen Automobilsalons.

Wieso überhaupt Kaffeehaussterben?

Nur ein paar Stichwörter: verändertes Konsumverhalten, neue Freizeitinteressen, spannendere Vergnügungsstätten. Zum Beispiel.

Zum Beispiel?

In den 1950ern gingen die Leute lieber ins Kino als ins Kaffeehaus. Später kauften sie sich Fernseher und blieben einfach zu Hause. Manche Cafetiers lockten die Leute dann mit Fernsehgeräten in ihre Lokale.

Ach so, Zusatzangebote.

Genau. Weshalb noch in vielen Wiener Cafés Billardtische stehen. Oder sich die Leute zum Kartenspielen treffen. Manche Cafés haben auch Klavierspieler engagiert.

Alles, um die Leute im Kaffeehaus zu halten?

Vom Kaffeeverkauf allein kann kaum ein Lokalbetreiber mehr überleben. Aber jetzt eine neue Kaffeehaussterbewelle auszurufen, wäre trotzdem übertrieben. Wieso? Weil immer was Neues nachkommt. Ganz bestimmt auch für das Schottenring. Falls die Gerüchte wahr sind.


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