Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Benimmfibel für Großstadtmenschen (74)

Herr H. irritiert es im Supermarkt, wenn Servicekräfte seinen Einkauf in Sackerln packen. Er will wissen: Muss man für dieses "übertriebene Bemühen“ Trinkgeld geben?

Einpackservice, wie man es aus den USA kennt, ist bei uns noch nicht weit verbreitet. Was einerseits mit einer gewissen Servicefaulheit zu tun hat, andererseits damit, dass wir hier die Sachen lieber selbst in die Hand nehmen. Womöglich dient die Dienstleistung ja nur dazu, Staus an der Supermarktkasse zu vermeiden, um Kunden schnell abfertigen zu können. Allerdings könnte es auch sein, dass uns hierzulande "übertriebenes“ Bemühen immer ein wenig suspekt ist. Solange der Einpacker Ihre Einkäufe sorgsam behandelt und nicht den Karton mit den Eiern ganz unten ins Sackerl packt, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Trinkgeld? Dann müssten Sie ja der Kassakraft auch extra Geld zustecken. Danke sagen genügt.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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