Olympischer Jahrmarkt

Stadtleben | Essay: Johann Skocek | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Die Olympischen Spiele sollten nach dem Willen ihres Gründers Pierre de Coubertin eine Religion sein und entwickelten sich zum Weihefest des Konsums und des Nationalismus

In den Zeitungen posieren die Mitglieder des ÖOC-Olympiakaders als Models, herausgeputzt nach allen Regeln der plakativen Werbeästhetik. Die Österreicherinnen folgen nur dem Mainstream, die USA haben damit begonnen, Spitzensportler als Testimonials der Oberflächlichkeit zu benützen. Von der Schönheit seiner Truppe unbeeindruckt, traut ihr ÖOC-Präsident Karl Stoss bei den am Freitag beginnenden olympischen Sommerspielen in London drei Medaillen zu. Dieses Dekret der Mutlosigkeit kränkt jedoch nur mehr Illusionisten.

Die Olympiamannschaft ist der Ausdruck der zwischen Entwicklungshilfe und Umweltschutz angesiedelten Wertschätzung, die sportliche Bewegung hierzulande genießt. Der politischen und intellektuellen Elite ist sie keine ernsthafte Sorge wert. Und die Medien beuten ihre Proponenten im Sommer und Winter


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