Musiktheater  Tipp Burgenland

Der unterschätzte Spielopern-Weltmeister

Lexikon | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Albert Lortzing, der komponierende und dichtende Buffo, Gaukler und "Spielopern-Weltmeister“ (Jürgen Lodemann), wurde in Leipzig von den Gewandhaus-Granden, dem leitenden Kapellmeister Felix Mendelssohn-Bartholdy, oder dem von diesem ans dortige Konservatorium engagierten Robert Schumann, respektiert, gehörte aber nie zum inneren Zirkel. Gleichwohl war sein "Hans Sachs“ Vorbild für Richard Wagner, der sich für seine "Meistersinger“ an den Charakteren der Lortzing-Oper bedenkenlos bediente. Lortzing war auch selbst Librettist seines "Wildschütz“, neben "Zar und Zimmermann“ eine der von ihm besser bekannten Opern. Da verspottet er mit dem Bassbuffo "Baculus“ einen bildungsbeflissenen Dorfschulmeister, lässt eine Gräfin eine "Sophokles“-Vorlesung halten - Lortzing hatte an einer "Antigone“-Aufführung als Chorist mitwirken müssen und nahm die durch Mendelssohns Vertonung ausgebrochene Antiken-Mode aufs Korn. Es gelingen ihm gesellschaftskritische Seitenhiebe auf Adel und Bürgertum, dennoch ist seine Musik immer locker und heiter. Die Oper enthält großartige Ensemblekunst, die sich mit Mozarts "Figaro“ vergleichen lässt. HR

Schloss Tabor, Do 20.00 (bis 12.8.)


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