Film  Neu im Kino

Roadtrip im Rollstuhl - "Hasta la Vista”

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Philip, Jozef und Lars sind Mitte 20 und haben ein Ziel: Sex. Seine Unschuld zu verlieren ist jedoch nicht leicht, wenn man gelähmt im Rollstuhl sitzt, blind ist oder aufgrund eines Tumors nicht mehr gehen kann. Aber es gibt einen Plan - in Spanien existiert ein Bordell, das sich auf Menschen mit Behinderung spezialisiert hat. Allen Schwierigkeiten zum Trotz begeben die Freunde sich auf die Reise ihres Lebens.

Geoffrey Enthovens Film "Hasta la Vista“, der auf der BBC-Dokumentation "For One Night Only“ über den an angeborener Gelenksteife leidenden Asta Philpot beruht, ist weder eine Geschichte voller Mitleid noch ein Feel-Good-Movie. Hier wird kein Zeigefinger erhoben und keine übergeordnete philosophische Message mitgetragen, sondern aus dem Leben dreier junger Männer erzählt, deren Situation eine Tatsache ist, an der nichts geändert werden kann. Mit dieser Tatsache müssen sich Figuren wie Zuseher auseinandersetzen. Es ist schwierig und frustrierend, behindert, und schrecklich und beängstigend, todkrank zu sein, daran lässt der Film keinen Zweifel. Dennoch macht der Mensch weiter, hat tagesabhängige Launen, Träume und Wünsche, die er sich erfüllen will, erlebt glückliche und komische Momente.

Bis in die Nebenrollen detailreich und authentisch gezeichnet und von einem bemerkenswerten Schauspielerteam dargestellt, bringt "Hasta la Vista“ diese beiden Seiten auf die Leinwand, pendelt mit seiner eindringlichen Atmosphäre zwischen berührenden und bedrückenden, traurigen und humorvollen Szenen. Besonders die Figur der Claude (Isabelle de Hertogh), die die Freunde auf ihrer Reise begleitet, verkörpert dabei die gleichsam furchtlose wie großteils unkitschige Herangehensweise an ein schwieriges Thema.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)


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