Immer in Bewegung: die Ausstellung "medien.kunst.sammeln“

Lexikon | Erkundung: Tiz Schaffer | aus FALTER 30/12 vom 25.07.2012

Vor fast 40 Jahren begann die Grazer Neue Galerie, Videokunst zu sammeln. Daraus entwickelte sich ein Medienkunstbestand, der sich zwar nicht systematisch, aber kontinuierlich anhäufte. Für die Schau "medien.kunst.sammeln“ wird er nun durchgelüftet.

Betritt man den Space 02 im Kunsthaus, könnte sich anfänglich ein Gefühl der Überforderung einstellen: massig flackernde Bildschirme, große Leinwände, Installationen, eine kakofonische Soundkulisse. Die Werkliste beginnt bei Vito Acconci und endet mit Erwin Wurm - dazwischen befinden sich die Namen von über 70 Künstlern.

Also kurz durchatmen, einmal alles abmarschieren, sich mit der Topografie vertraut machen - dann geht das gut. Man wird das Programm in seiner Gesamtheit, über 80 Stunden laufende Bilder, zwar nicht absolvieren können, aber reinfühlen lässt sich vortrefflich. Und nicht jedes Video, das eine Stunde läuft, wartet nach fünf Minuten noch mit Überraschungen auf.

Medien wie Film, Video oder Fotografie haben bekannterweise unsere Lebensrealität verändert. Die Künstler ihrerseits durchdringen die Medien - benutzen und zweckentfremden sie, schrauben sie auf und wieder zusammen, hinterfragen sie, suchen die doppelten Böden oder ziehen welche ein, wenn keine da sind. Spannender Geschichtsunterricht. Erfrischend auch, wie selbstverständlich neuere heimische Positionen, etwa Michael Gumhold (Foto), Sonja Gangl oder Andreas Heller, neben Ikonen wie Nam June Paik oder Bruce Naumann Platz finden. Die Ausstellung wird regelmäßig neu arrangiert. F

Kunsthaus, Graz, bis 28.4.2013


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