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Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

Harte Zeiten für Wolfgang Zwander. Der Mann aus dem sumpfigen Süden, der ansonsten stets kreuzfidel durch die Gänge pfeift, ist still geworden. Er hat sich eingebunkert in seinem Zimmer mit dem grünen Lederstuhl.

Auf dem kauert er nun, der arme Wolfgang. Und wenn er spätabends langsam die Türe öffnet und vorsichtig durch den Spalt auf den dunklen Gang lugt, dann hallt es ihm wieder entgegen. "Das ist dein Bundesland“, schreit ihm Florian Klenk in vorwurfsvollem Niederösterreichisch entgegen. "Was habts’n da unten schon wieder ang’stellt?“ Dann schließt der Wolfgang, der nur noch in vertrauten Gesprächen auf seinen sanften Kärntner Zungenschlag wechselt, wieder sachte die Türe. Dabei kann der Wolfgang ja für die ganze Sauerei am wenigsten.

Wenn der bundespolitische Brennpunkt die Wiener Stadtgrenzen verlässt, wird’s wieder wichtig, wo wer herkommt. In der Falter-Politikredaktion kommt jeder von irgendwoher. Außer Ruth Eisenreich und Nina Horaczek, die nie wegmussten, um da zu sein.

Armin Thurnher hatte den längsten Weg. Aber ihn würde niemand mehr dumm darauf ansprechen, wenn sich in Vorarlberg ein Korruptionssumpf auftäte. Weil er sich das Wienerisch so einverleibt hat. Und weil er Chef ist.

Da verhält es sich mit Ingrid Brodnig anders. In schwachen Stunden blitzt ihr Steirisch wieder auf. Das ist schön. Weil ich mir mit ihr das Zimmer teile. Und i mi daun wieda gounz daham füll.


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