Es geht um erogenes    Gewebe von Buben

Falter & Meinung | Gastkommentar: Eva Plaz | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

Die rituelle Beschneidung dient nicht dem Kindeswohl. Das Justizministerium kann sich nicht länger einbunkern

Als Anwältin habe ich die Vertretung von Herrn Cahit Kaya übernommen. Herr Kaya war Moslem, er engagiert sich in der "Initiative Ex-Muslime“, seine Eltern haben ihn als Sechsjährigen beschneiden lassen. Er erzählt über den Eingriff, er beschreibt das Vorher und das Nachher, die Verunsicherung und die Angst eines Kindes, und er beschreibt klassische mittelgradige Traumafolgen.

Für Herrn Kaya ist das, was damals an ihm gemacht wurde, Unrecht. Die Entscheidung, ob er beschnitten wird oder nicht, die hätte er doch lieber selbst getroffen.

Seit ich dieses Mandat übernommen habe, lerne ich täglich dazu: rechtlich, medizinisch und psychologisch. Was passiert bei einer Beschneidung? Was geschieht (mit) dem Kind? Eltern lassen ihren neugeborenen männlichen Säuglingen oder ihren etwa sechsjährigen Buben ein Stück Haut wegschneiden. Dabei wird - ob mit oder ohne Betäubung - jedenfalls


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