Ausgerechnet Amstetten

Politik | Reportage: Sibylle Hamann | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

30 Jahre lang hat Ilse D. ausgehalten: Dann flüchtete sie in jenes Frauenhaus, das die FPÖ zusperren will

Die Adressen von Frauenhäusern bleiben prinzipiell geheim. Deshalb darf hier nicht verraten werden, wie weit das Amstettner Frauenhaus vom berühmtesten Amstettner Haus entfernt liegt. Nur so viel: Sehr weit hätte Elisabeth Fritzl nicht gehen müssen, wenn es ihr gelungen wäre, rechtzeitig vor ihrem Vater zu fliehen.

Die Bewohnerinnen des Frauenhauses waren quasi live dabei, als über dem düsteren, grauen Fritzl-Bunker die Hubschrauber kreisten. Sie hörten die Propeller, sahen die Übertragungswagen der TV-Sender, Reporter überall.

Die Details über das Verbrechen, die jeden Tag in der Zeitung standen, lasen sie mit gemischten Gefühlen. Monströs war es, ja. Doch "unvorstellbar“, wie es oft genannt wurde? Die Methoden, mit denen ein herrischer Familienvater Gehorsam erzwingt, das Einsperren, die Demütigungen, die Bestrafungsrituale - nein, "unvorstellbar“ war das für sie


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