Nachgetragen  

Politik | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Die Irrfahrt eines kleinen Buben durch den Behördendschungel

Ruth Eisenreich

Was passiert, wenn die österreichischen Behörden spätnachts einen vierjährigen Buben aufgreifen, der kein Wort Deutsch spricht und dessen Eltern unauffindbar sind? Sie versuchen, ihn wieder loszuwerden.

Der Bub, um den es hier geht, war mit seinem Vater aus dem Kosovo geflohen, aber auf der Flucht von ihm getrennt worden. Die Grenzpolizei Nickelsdorf fand ihn letzten Mittwoch kurz nach Mitternacht in einem Auto mit Schleppern und afghanischen Flüchtlingen.

Das Jugendamt des Bezirks Neusiedl wäre für ihn zuständig gewesen, heißt es aus dem Innenministerium; das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen sei zuständig, sagt die burgenländische Landesregierung. Das Jugendamt schickte das Kind also nach Traiskirchen, das Lager verwies auf die Bezirkshauptmannschaft (BH) Baden, die wiederum auf die BH Neusiedl, die wieder aufs Lager; nirgends wollte man den verstörten


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