Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 war das TV-Ereignis der letzten Woche. Sie wurde von dem Filmregisseur Danny Boyle inszeniert und sollte wichtige Momente der Geschichte Großbritanniens darstellen, von der Entwicklung des Cheddar-Käses bis zur Erfindung des Punkrock. Das erste Szenenbild zeigte eine englische Landschaft, die sich allmählich in eine Fabrik mit rauchenden Schloten verwandelte, ein beeindruckendes Szenario, das in seiner Opulenz auch irgendwie gaga war. Statt auf Massenchoreografie setzte Boyle auf Naturalismus, zoomte das Individuum aus der Menge, auch Menschen schwarzer Hautfarbe und Rollstuhlfahrer. Vieles war wohl bereits vorher aufgezeichnet.

Eine übergeordnete, nationale Botschaft ließ sich nicht erkennen, außer dass England ein Land ist, das gelungene Werbespots drehen, die Queen mit James Bond zusammenbringen und ein Massenspektakel inszenieren kann. Chapeau!


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