Technik  

Ein Smartphone aus der alten Welt

Dinge, die uns brauchen

Medien | Prüfbericht: Thomas Vasek | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

Die Finnen haben Pech: Eben hat Microsoft sein tolles Windows 8 angekündigt, doch Nokias neues Smartphone läuft nur mit Windows 7.5 - und lässt sich auch nicht aufrüsten. Die Folge: Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten konnte Nokia keinen schnellen Dualkernprozessor in das Smartphone Lumia 900 einbauen, sondern nur einen Einkernprozessor mit 1,4 Gigahertz.

Das ist für Nokias Flaggschiff symptomatisch: ein gutes Smartphone, aber nicht auf dem letzten Stand der Technik. Zwar beeindruckt das 4,3-Zoll-Display, die Auflösung ist aber nur mittelmäßig und der 16-Gigabyte-Speicher nicht erweiterbar. All das passt zum Gesamteindruck des Lumia 900: Das Gerät ist, wie immer bei Nokia, hochwertig verarbeitet, aber ein wenig zu klobig und schwer (163 Gramm!). Mit rund 490 Euro ist es auch kein Schnäppchen.

Seine Qualitäten hat das Gerät im Multimediabereich. Das beginnt bei der 8-Megapixel-Kamera mit verschiedenen Spielereien für Hobbyfotografen. Der Musikplayer ist erstklassig, dazu gibt es ein gutes Headset und die Anbindung an Nokias Musikdienst Mix Radio. Mehrwert gegenüber Konkurrenzmodellen bringt die vorinstallierte Navigationssoftware.

Im Windows Market stehen rund 100.000 Apps zur Verfügung, verglichen mit Apple und Android ist das immer noch dürftig. Insgesamt ist das Lumia 900 ein "europäisches“ Gerät: werthaltig und solide, aber auch mutlos und unkreativ. Und global gesehen nicht vorne mit dabei.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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