Verkaterte Coolness


Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

Der verstorbene Wiener Künstler Franz West schaffte es aus der Gosse in den Olymp. Ein Nachruf auf einen großen Bildhauer

Er machte aus Immanuel Kant eine "Kantine“ und aus dem Darm das "Drama“. Hirn und Körper bilden im Werk des Künstlers Franz West eine Einheit, für die er alle möglichen Formen fand: Würste und Haufen, Stühle und Collagen. Seine Objekte sind sowohl der Monstranz als auch dem Dreck verwandt, speichern intimste Empfindung und kalte Entfremdung.

Franz West ließ die Gegensätze miteinander kollidieren und freute sich, wenn dabei Oberflächen aufbrachen und Bedeutungen verrutschten. Der Weltgeist rieb sich bei West am Häuslschmäh, das Befreite entwuchs dem Zwänglerischen.

Als der deutsche Sammler Friedrich Flick Mitte der 1990er-Jahre eine Technoparty in Wests Atelier besuchte, erschien die Polizei, um die Lautstärke der Musik zu beanstanden. "Das regeln Sie am besten mit meinem Anwalt!”, schaltete sich der Gast ein; prompt stellte sich der Jurist aus Flicks

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