Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (75)

Stadtleben | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

Frau A. fühlt sich in der U-Bahn von Mitreisenden belästigt, die ihre Rucksäcke nicht abnehmen. Darf man diese Leute darauf hinweisen, dass ihr Gepäck im Weg ist, will sie wissen.

Zwar macht er seine Träger zu Glöcknern von Notre-Dame, aber ungemein praktisch ist er halt auch, so ein Rucksack. Einer Ameise gleich trägt man das eigene Körpergewicht oder mehr auf den Schultern, und das bei maximaler Bewegungsfreiheit. Würden die Glöckner zu Stoßzeiten in ihren Türmen bleiben, anstatt die Öffentlichen zu benutzen: super! Dort mangelt es dann nämlich sogar an dem Platz, um sich aus dem Gepäck zu winden. Weshalb sie auf den Rücken bleiben und bei jedem Ruckeln des Waggons, jeder Bewegung des Trägers Mägen, Rücken oder Gesichter von Mitfahrern rammen. Deshalb, werte Frau A., sehen Sie es als Ihre heilige Pflicht, Rucksackträger auf diesen Missstand hinzuweisen!

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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