Prost!  

Artenvielfalt im Limo-Regal: letzte Reviere der Bürohengste

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Mojito Soda

Stadtleben | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

Am schönsten wäre es, wenn sich nichts verändern würde, getränketechnisch. Warum lechzt man andauernd dem perfekten taste hinterher? Warum muss nach der siebten limited edition die achte folgen? Genügt es nicht vollkommen, zwei statt sieben Sorten auf den Markt zu werfen? Was ist mit dem guten Wiener Leitungswasser, das wir die Toilette runterspülen? Das hat doch alles, was man braucht, um die lebenstechnischen Funktionen aufrecht zu erhalten. Da liegt auch der Knackpunkt: Die Aufrechterhaltung ist uns eben nicht genug, wir brauchen die Abwechslung, den thrill, den Kitzel am Gaumen. Der von Monotonie bedrohte Bürohengst lechzt nach Büroschluss nach dem Abenteuer im Kehlchen. Außerdem geht’s um das kleine Unternehmertum, und es geht um die Kontingenz, die steigende Wahlmöglichkeit, das subjektive Gefühl, einem besonders guten, seltenen und erfrischenden Geschmack habhaft zu werden.

Solcherart getrieben streifte man wieder durch die Konsumhallen und konnte ein besonders delikates Säftchen ausfindig machen. Vom Lemon-Soda-Traumgetränk wurde hier bereits geschwärmt, jetzt kommt noch eins drauf - Mojito Soda, alkoholfrei. Mensch, die spinnt, werden Sie jetzt sagen. Ein Cocktail, auf dem die Etikette "Verzicht“ appliziert wurde, kann nur zum Scheitern verurteilt sein. Nein! Erfrischend, säuerlich, süß, entschieden nach Minze schmeckend, sehr gut. Übrigens: Der Slow-Juicer ist gekommen, das Gemüse im Eiskasten wartet bereits. MS


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