Beisl  

Beiz mir die Forelle

Der steirische Gourmet

Steiermark | Restauranttest: Wolfgang Kühnelt | aus FALTER 31/12 vom 01.08.2012

Vor drei Jahren (Falter 18/2009) waren wir zuletzt im Posthotel Thaller in Anger, um die Küche von Alois Thaller junior zu verkosten. Der Luis geht seit Ende Juni nun einen Schritt weiter und hat im elterlichen Gasthaus ein kleines Restaurant etabliert. An drei Abenden ab 18 Uhr kocht Thaller, wie er es einst bei Gerhard Fuchs gelernt hat. Regional, ideenreich und mit recht viel Brimborium. Drei Gänge gibt es um 30 Euro, vier Gänge um 41 Euro. Inkludiert sind mehrere Grüße aus der Küche, serviert auf kleinen Steinplatten, und eine Nachspeise nach dem Dessert, fast zu viel des Guten. Die lauwarme Erbsensuppe mit Eierschwammerln ist originell, schaumig, scharf. Die Tascherln mit Ziegenkäse und Kräutersalat schmecken dagegen etwas fad und säuerlich. Das gebeizte Bachforellenfilet mit Schalottentarte, Gurke und Salzzitrone ist schön zart, könnte aber auch etwas mehr Würze vertragen. Ein echtes Highlight ist das rosa gebratene Milchkalb mit Eierschwammerln, Mangold und Zitronenglacé. Hier fallen nur die heurigen Kartoffeln qualitativ etwas ab. Bei den Desserts überzeugt die gebackene Kirsche auf Mandelcreme, das Mandeleis mit Rotweinkirschen hingegen bleibt blass.

Resümee:

Der Luis in Anger ist gut, aber fast etwas überambitioniert, mit etwas mehr Lockerheit und Geradlinigkeit wären wohl auch die Einheimischen vom Konzept zu überzeugen.

Der Luis, Hauptplatz 3, 8184 Anger, Di, Fr und Sa ab 18 Uhr, Tel. 03175/22 06, www.posthotel-thaller.at


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