Seinesgleichen geschieht  

Die Glut, das Seil und die Bank - Werner Faymanns neues Europäertum

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Werner Faymann entdeckt die Europapolitik. Er glüht für Europa. Er metaphert sich durch die europäische Nordwand, sagt, es sei wie beim Bergsteigen. Wenn einer am Seil falle, könne er auch die anderen mitreißen. Zwar dachte ich bisher, man seile sich deswegen an, damit einen im Fall des Sturzes die anderen auffingen, aber politisches Bergsteigen unterscheidet sich vom realen wie ein europäischer Gipfel vom Dhaulagiri.

Dass der österreichische Bundeskanzler in Europafragen hörbar wird, ist würdig, recht und wunderbar, denn längst haben selbst uns glühende Europäer Zweifel befallen über diese EU. Bald jedoch glüht auch die Kronen Zeitung, wenn sie nicht gerade "Griechen raus“ titelt, Wolfgang Fellner hat schon rote Bäckchen und Eva Dichand, die glüht erst richtig auf, wenn auch der Kanzler glüht!

Im Ernst, die österreichische Politik braucht einen europäischen Gluthammer wie Faymann, denn es ist gut, wenn Zweifel an der Politik der EU nicht nur von politisch Rechten artikuliert


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