Kommentar 

Vielleicht redet Rogan zu viel, aber andere tun sicher zu wenig

Sportförderung


Johann Skocek
Falter & Meinung | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Wie in Österreich mit spröden Typen umgegangen wird, zeigte sich vergangenen Donnerstag in geradezu pädagogischer Dichte und Klarheit. Markus Rogan hatte zuvor in einer Pressekonferenz kleinlaut und leise seinen Schmerz über das durch Disqualifikation verlorene Olympiafinale erklärt und war ins ORF-Studio geeilt, um dieselben Fragen noch einmal mit denselben Worten zu beantworten. Dann legte ihm der Präsentator seine missverständlichen Aussagen über den menschlichen Kopf und Hermann Maier vor. Sie stammen aus einer Ö3-Boulevard-Frühstückssendung und führten dazu, Rogan wieder einmal wegen blöder Rederei anzugehen.

Unnötig zu sagen, dass Rogan keineswegs die Absicht hatte, Maier Dummheit zu attestieren, sondern die für einen Spitzensportler selbstverständliche Fähigkeit erklären wollte, im Augenblick des Wettkampfs "nicht zu viel im Kopf“ herumschwirren zu lassen. Aber wer einmal deppert dahergeredet hat, dem glaubt man nicht. Das ist eine Folge der dramaturgischen Bedürfnisse

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