Am Apparat  

Boomt der Intimverkehr im Öffi-Verkehr, Herr Gries?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Samstagfrüh filmte ein Passant in der U-Bahn-Station Neubaugasse ein Paar beim Sex und schickte die Bilder an Österreich, das den Nahverkehr zum "Thema des Tages“ erklärte. Der Falter sprach mit Dominik Gries von den Wiener Linien über U-Bahn-Sex und Heiratsanträge in den Öffis.

Kommt es öfter vor, dass liebestolle Passagiere übereinander herfallen?

Gott sei Dank nicht. Selbst in der Nacht-U-Bahn sind die Intervalle so kurz, dass das eine wirklich schnelle Geschichte sein müsste, wenn man fertig sein will, bevor der nächste Zug kommt. Laut einer neuen Studie nützen die Leute ihre Smartphones am meisten im Bett oder in der U-Bahn. Das wäre eine bessere Variante, sich die Zeit zu vertreiben. Oder VOR-Magazin lesen.

Österreich bittet seine Leser um Hinweise auf das allzu innige Paar. Geht dieser Aufruf von den Wiener Linien aus?

Nein. Wenn die Polizei sich entschließt, Ermittlungen aufzunehmen, werden wir die Beamten unterstützen. Wir haben aber keinen großen Impetus, irgendjemanden zu fangen.

Zum "Mile High Club“ zählen all jene, die Sex an Bord eines Flugzeuges hatten. Gibt es vielleicht einen Trend zum "Mile Low Club“ in der U-Bahn unter der Erde?

Ich hoffe nicht. Der Vorfall wird in der Geschichte des öffentlichen Verkehrs nicht der erste gewesen sein und wohl nicht der letzte. Daraus entwickelt sich hoffentlich kein Trend.

Aber die Öffis sind kein schlechter Platz zum Anbandeln, oder?

Das hören wir oft. Bei uns melden sich immer wieder Menschen, die gerne eine Straßenbahn zum Heiraten hätten, weil sie einander dort kennengelernt haben, oder die einen Heiratsantrag über die U-Bahn-Durchsage machen wollen. Aber selbst wenn man in den Öffis den Liebsten findet, kann man doch auf einen Kaffee gehen und muss nicht gleich - wie das Paar am Samstag - einige Dates überspringen und zur Sache kommen.

Anruf: Nina Horaczek


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