"Meine Kartoffeln sind die teuersten!“

Politik | Analyse: Robert Misik | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Über das rätselhafte Wesen Finanzmarkt und seinen zweifelhaften Nutzen

Es ist nur ein Wort, es spricht sich leicht aus, fast unbedacht wird es verwendet - das Wort vom "Markt“. Schließlich leben wir ja in der "Markt“-Wirtschaft. In dieser gibt es Gütermärkte, die tatsächlich so funktionieren wie Dorfmärkte. Bleibt der Schuhhändler auf seinen Schuhen sitzen, wird er den Preis senken oder die Produktion der offensichtlich hässlichen Treter wird gedrosselt, bis Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht sind. Dieses Bild vom Markt wird als eine Art Metapher über alle Segmente der Ökonomie gestülpt. Wie selbstverständlich sprechen wir vom "Arbeitsmarkt“, obwohl diesem viele Charakteristika eines Marktes fehlen - so können "Anbieter“ auf dem Arbeitsmarkt ein "Überangebot“ ja nicht so einfach drosseln (außer durch Massenselbstmord, was aber eine sehr unbeliebte Variante ist). Der "Arbeitsmarkt“ ist also, wie die Ökonomen sagen würden, ein so "unelastischer Markt“,


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