Wieder gelesen 

Bücher, entstaubt

Politik | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Subkutaner Krieg in Mexiko

"Pedro Páramo“ von Juan Rulfo gilt als einer der wichtigsten Romane der Welt. Während sich Kuba seit Jahrzehnten im sozialistischen Schlaf befindet (siehe große Rezension), geht es in Mexiko lebendiger zu. In dem Land herrscht ein von mafiosen Kreisen angezettelter Bürgerkrieg, was aber nur selten offen ausgesprochen wird. Wer verfolgt, wie Mexiko sich in Gewaltorgien verliert, muss Rulfo lesen. Ein Mexikaner sucht in dem Buch seinen Vater, einen tyrannischen Großgrundbesitzer, der sein Dorf aus Rachsucht in einen Ort der Untoten verwandelt hat. Lebende und Geister sind hier nicht mehr zu unterscheiden; überall ängstliches Geflüster und seelische Narben, Furcht und Terror. Rulfo erzählt im Stil des Magischen Realismus, wie sehr Gewalt und subkutaner Krieg eine Kontinuität der mexikanischen Geschichte darstellen. WZ

Juan Rulfo: Pedro Páramo. Hanser, 2008,

174 S., € 18,40

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FALTER 07/19
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