Der Mann, der die Katzen liebte

Feuilleton | Nachruf: Michael Omasta | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Der große scheue Kino-Auteur Chris Marker hinterlässt ein vielschichtiges Werk - und den jüngsten Viennale-Trailer

Er scheute die Öffentlichkeit. Interviews mit ihm sind rar, Fotos seiner Person noch seltener. Umso mehr Mythen ranken sich um seine Biografie. Als junger Mann soll Chris Marker bei der Résistance gewesen sein, eventuell auch Fallschirmspringer, ganz sicher aber war er Übersetzer für die Amerikaner. Und sein ältester Freund, der Filmemacher Alain Resnais, meinte einmal, Marker lebe in seinem eigenen Paralleluniversum - es würde ihn also keineswegs überraschen, sollte dieser einmal an zwei Orten gleichzeitig auftauchen.

Chris Marker - 1921 als Christian François Bouche-Villeneuve in Neuilly geboren, in der letzten Juliwoche an seinem 91. Geburtstag in Paris verstorben - war der Thomas Pynchon des Kinos, ein Künstler, der vollständig hinter seinem Werk zurücktrat. Er war Zeichner, Fotograf, Autor, ein "Filmemacher für Filmemacher“. Genau wie Hitchcock, wie Kurosawa,


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