Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (76)

Stadtleben | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Herr S. hat beobachtet, dass jetzt im Sommer wieder viele verschleierte Touristinnen in der Stadt sind. Seine Frage lautet: Darf er sie anlächeln und ihnen in die "schönen Augen“ schauen?

Wer sich in den öffentlichen Raum begibt, muss damit rechnen, angeschaut zu werden - der kunstvoll irokesengegelte Punk genauso wie die Frau im Rollstuhl oder die Gucci-Kleid-Trägerin hinter dem Hidschab. Und was macht der Mensch, wenn ihm was gefällt? Schöne Augen. Solang so was dezent vonstattengeht und nicht aufdringlich ist, muss man damit leben - auch als Dame, die sich aus irgendwelchen religiösen Gründen lieber verstecken will beziehungsweise muss. Hinterherpfeifen, lautes Rufen oder gar Beischlafgeräusche sind allerdings vollkommen inadäquate Mittel, sein Wohlwollen gegenüber wem auch immer auszudrücken. Das gilt übrigens auch im Fall der sexy Minirockträgerin.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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