Ins Mark  

Da kommt Unruhe auf

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Graz bekommt ein neues Festival. Es heißt Murton und wird vom 11. bis 19. August, vorzüglich am Mariahilferplatz, über die Bühne gehen. Es gibt sich modern weltmusikalisch, hat ein nettes Band-Line-up (siehe Programmteil S. 41), eine Schar an DJs wird das rechte Murufer beleben, ebenso gibt es ein kleines Literatur- und Filmprogramm, Führungen durch die Viertel Lend und Gries, auch kulinarisch wird aufgewartet. Hört sich sympathisch an.

Allerdings ist im Vorfeld auch ein Murren aus der Kulturszene zu vernehmen. Schon in Ordnung, das Festival. Aber warum hat und braucht es ein Budget von 370.000 Euro? Legitime Frage. Allerdings: Diese Summe, sie wurde anfänglich verkündet, stimmt nicht. Der aktuelle Stand: rund 270.000 Euro. Die Summe setzt sich zusammen aus Sponsoren und diversen Einnahmen, die Konzerte am Mariahilferplatz sind übrigens bei freiem Eintritt, das Land beteiligt sich mit 50.000 Euro aus dem Kulturtopf, aus dem Bürgermeisteramt kommen 150.000 Euro. Der Jazzsommer ist lange schon passé, da soll nicht zuletzt Graz-Besuchern in der Saure-Gurken-Zeit etwas geboten werden.

Auch wenn das Geld der Stadt nicht aus dem Kulturbudget stammt: Dass Unruhe aufkommt, wenn einerseits für ein Kulturfestival eine ansehnliche Summe vorhanden ist, andererseits zahlreiche Initiativen und Vereine darben, ist nachvollziehbar. Dass die Stadt belebt wird, auch. Dass man versucht, das Festival tatsächlich vor Ort zu erden, sollte nicht übersehen werden. Dennoch bleibt abzuwarten, ob das Festival organisch mit der Gegend zusammenwächst. Insofern sind die finanziellen Vorschusslorbeeren doch beachtlich.

Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter


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