Phettbergs Predigtdienst

Ich bin doch so gerne unrein!

Kolumnen | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Barbara Stromberger spricht diese Woche über 50 Jahre Todestag Hermann Hesses. Heute las sie aus dem Brief Hesses an seinen Vater: "Ihr seid Christen, ich bin nur ein Mensch.“ Der Einzige, von dem ich extrem viel las, ist Hesse. Hesse ist ein schwierigster Mensch gewesen, bevor er seinen Eigensinn fixiert hatte. Nun ist es schon so weit allgemeines Erziehungsprinzip: "Eigensinnig werden!“ Aber die Balance ist es! Das ist, bis nun, das Prinzip meiner Gestion.

Bin ich doch so gerne unrein! Trotzdem war ich so froh, dass mich meine Eltern bei sich schlafen ließen und ich nächtens nicht zurück in den Schweinestall musste! Ein großer Film hört sich gut an, den will ich sehen: "Das Schwein von Gaza“. Weder auf israelischem noch auf islamischem Gebiet darf ein Schwein einen Fuß auf den Boden setzen, es ist UNREIN!

Mir fällt auf, dass Schweine am ähnlichsten wie nackte Menschen aussehen. Und da wir Menschen uns leicht beschmutzt fühlen, wir uns zwanghaft rein halten wollen. Jesus sagt im Evangelium, dass nicht das dich schmutzig macht, was von außen auf dich kommt, sondern das, was aus deinem Mund herauskommt! Jesus war also eine Art Revolutionär des Jüdischen, und im Pendelschlag ging das Islamische im Reinheitsgebot retour.

Nun hab ich Panik, dass ich in ein Heim geraten könnte, da rief mich Butterblume Katalin an! Vielleicht gehen wir gemeinsam zum Kinofilm "Das Schwein von Gaza“. Keine Angst, ich komm in kein Heim, Frau Rechnitzer ist soeben gekommen. Frau Rechnitzer ist meine Heimhilfe und geht mit mir zum Donnerstagmarkt auf dem Pintplatz.

Sparen, sparen, wo es nur geht. Sogar in der Ägidiapotheke war ich nun schon eine Woche 58,90 Euro schuldig. Am Pintmarkt konnte ich mir weit nicht alles leisten, was ich gerne wollte. Bin beim Gemüsestand trotzdem 12 Euro bis nächsten Donnerstag schuldig geblieben; schade, dass ich mir keine Stachelbeerentasse mehr leisten konnte. Irgendwie ist der Gemüsestand auf mich böse, er sagte: "Pflanzen kannst deine Großmutter.“ Er denkt, ich will ihn anbetteln, dass er mir mehr des Biopreises nachlässt. Ein Latte-Kaffee beim Hafner kostet 2,50 Euro, und statt ein Kipferl ess ich dazu jetzt jeden Tag eine Kuchenschnitte zum Kaffee!

Phettbergs Predigtdienst ist auch über

www.falter.at zu abonnieren. Unter

www.phettberg.at/gestion.htm ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige