Als Österreich exotisch wurde: "Jenseits von Brasilien“ im Museum für Völkerkunde

Lexikon | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Der Wurm spricht Bände. Er stammt aus dem Magen des Präparators Johann Natterer (1787-1843). Nachdem ihn der Naturforscher erbrochen hatte, legte er ihn in ein Glas, das mit einer konservierenden Flüssigkeit gefüllt war. Die Botschaft dieses Objekts aus der Schau "Jenseits von Brasilien“: Ein obsessiver Sammler betrachtet eben auch seinen eigenen Körper mit den Augen eines Jägers.

Das Museum für Völkerkunde führt in die Zeit der großen Expeditionen zurück, als sich die Furcht vor dem Urwald und seinen als primitiv geltenden Bewohnern in wissenschaftliche Neugier verwandelte. Der Anlass der Ausstellung sind die herausragenden Objekte aus dem Brasilien des frühen 19. Jahrhunderts, die das Museum sein eigen nennt.

Anlässlich der Vermählung der Erzherzogin Leopoldine mit dem portugiesischen Thronfolger Dom Pedro im Jahre 1817 entsandte der österreichische Hof eine naturkundliche Expedition nach Brasilien. Da Portugal bis 1807 eine restriktive Zugangspolitik betrieben hatte, war


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