Design  Kritik

Wie für dich gemacht: Im Mak gibt’s endlich Design

Lexikon : Kunst | aus FALTER 32/12 vom 08.08.2012

Schön, aber nutzlos: Fast programmatisch steht gleich zu Beginn des Rundgangs das Maskottchen "Hope Bird“ des Spaniers Jaime Hayón. Der witzige goldene Porzellanvogel unter dem Plexiglassturz, gemacht für den Coffeetable und Leute, die es sich leisten können, ähnelt dem Twitter-Piepmatz und blickt optimistisch in schwierige Zeiten. Wie die kreativen Vögel in den großen Konzernen der düsteren Zukunft entgegenblicken, versucht "Made 4 You“ auszuloten, die erste große Designausstellung im Museum für angewandte Kunst nach dem Direktorenwechsel. "Design für den Wandel“ lautet der Untertitel der Schau. Endlich einmal.

In der Lobby präsentiert Gastkurator Hartmut Esslinger Prototypen von Geräten, die der Designer vor Jahren und Jahrzehnten für Apple geschaffen hat und die noch erstaunlich frisch wirken. In der Abteilung "Fabrik“ ist dann tatsächlich Realisiertes für große Marken zu sehen - Autos (Audi), die Wiener Niederflurstraßenbahn (Porsche), Vibratoren oder Babyschnuller. Was klassische Gebrauchsgegenstände wie Kopfhörer oder die Sojasaucenspender hier verloren haben, erschließt sich nicht. Dass das Ganze nicht so futuristisch rüberkommt, liegt wohl daran, dass das Mak kein Science-Fiction-Museum ist, und auch an den Unternehmen, mit denen man kooperieren musste.

Am interessantesten ist der Bereich soziales Design, etwa die offene Kochstelle aus Indien, die ärmeren Menschen das Leben erleichtern soll und deren Bauanleitung es via Open Design gratis gibt. In einem Labor schließlich zeigen junge Designer ihre Zukunftsvisionen. Und die Besucher dürfen auch selbst aktiv werden: "Zeichne deine Ideen“ heißt es da auffordernd, und ein Eddingstift liegt bereit. Vielleicht einen goldenen Vogel malen; einen, der mutig nach vorne blickt? CHRISTOPHER WURMDOBLER

Mak, bis 7.10.


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