Die Großzügigkeit der Kontrollore

Politik | Erich Eder Illustrationen: Jochen Schievink | aus FALTER 33/12 vom 16.08.2012

Seit der Finanzkrise ringt die Politik weltweit um eine Bankenaufsicht mit Biss. Der Libor-Zinsskandal steht für ihr Scheitern

Absolutely not“, bestritt Paul Tucker wieder und wieder die vorgetragenen Anschuldigungen vor dem Finanzausschuss des britischen Unterhauses. Anstiftung zum Betrug lautet der Vorwurf gegen den stellvertretenden Gouverneur der Bank of England, den der mittlerweile Ex-Chef der britischen Großbank Barclays gegen ihn erhoben hatte.

Zwischen 2005 und 2009 sollen über ein Dutzend der weltweit größten Geldhäuser den Libor - einen Basiszins, zu dem sie einander Geld leihen - zu ihrem Vorteil manipuliert haben. Dieser Zinssatz beeinflusst Finanzgeschäfte weit über 500 Billionen Dollar, der britische Bankiersverband nennt ihn gar die "wichtigste Zahl der Welt“.

Die Liste derjenigen, die in die Libor-Affäre verwickelt sind, ist ebenso lang wie prominent: die Deutsche Bank, die Schweizer UBS, die japanische Norinchukin Bank oder das US-Investmentinstitut JPMorgan


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