Das Vermächtnis des faulen Ernst

Politik | Analyse: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 33/12 vom 16.08.2012

Ex-Innenminister Ernst Strasser wird wegen Bestechlichkeit angeklagt - sein Fall hat die Politik schon jetzt positiv verändert

Wenn Ernst Strasser die zehn Jahre Haft ausfasst, die ihm nun drohen, wird er über seine eigenen frechen Witze kaum noch lachen können. "Die meisten Parlamentarier sind so faul wie ich“, zitiert der Kurier den ehemaligen Innenminister. Der launige Satz stammt aus den Protokollen jener Gespräche, die Strasser mit Undercover-Journalisten der Sunday Times führte, die sich ihm gegenüber als Lobbyisten ausgaben. Sie haben Ernst Strasser politisch das Genick gebrochen.

Als die britischen Journalisten im März des Vorjahres ihre verwackelten Videos von Strasser veröffentlichten, erschütterte die Affäre die Volkspartei: EU-Parlamentarier Strasser hatte den vermeintlichen Lobbyisten angeboten, für Geld Gesetze zu gestalten. Der damalige Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP), der zu der Zeit wegen eines lebensgefährlichen Lungeninfarkts im Spital lag, forderte Strasser


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