Mieterfreundlich: die Wiener Punks

Politik | Besuch: Nina Horaczek | aus FALTER 33/12 vom 16.08.2012

Sie sollten die letzten Mieter vertreiben. Stattdessen kämpfen Anarchisten nun für die Rechte ihrer neuen Nachbarn

Im November, es war kalt und dunkel, schlich sich ein Mann in die Pankahyttn, das Zentrum von Wiens Anarchoszene in der Johnstraße. Er kenne ein Haus, da könnten sie den ganzen Winter gratis bleiben, sagte der Mann den Bunthaarigen.

"Natürlich haben wir damals länger diskutiert“, sagt ein junger Punk. Man sei ja nicht blöd, und es sei auch nicht das erste Mal gewesen, dass ein Immobilienspekulant bei der Pankahyttn angeklopft habe.

Aber der Winter stand vor der Tür, einige hatten tatsächlich keine Bleibe. Also marschierte ein Teil der Pankahyttn-Belegschaft in die Mühlfeldgasse 12 im 2. Bezirk. Die jungen Anarchisten kamen zwar mit schwarzen Fahnen und Hunden und sind im besten Partyalter. Aber statt eine Spur der Verwüstung durch das Haus zu ziehen, fanden sie gleich neue Freunde: die alten Mieter, die sie eigentlich vertreiben sollten.

Ein klassisches Spekulationsobjekt


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