Warum das Fox House trotz Schutzzone abgerissen wurde

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 33/12 vom 16.08.2012

Das ehemalige Kulturzentrum "Fox House“ in der Westbahnstraße, für dessen Erhalt sich schon im Juli eine Gruppe aus Anrainern und Künstlern eingesetzt hatte (siehe Falter 31/12), wurde vor wenigen Tagen abgerissen und wirbelt wieder Staub auf. Architekt Florian Haydn, der in der Nähe der Baustelle wohnt, weist auf den Flächenwidmungsplan hin, auf dem das Haus auf rosa Hintergrund eingezeichnet ist. Und rosa heißt: Schutzzone. In diesen Gebieten muss die Stadt das charakteristische Stadtbild gewährleisten.

"Verliert die Westbahnstraße ein niedriges Haus, so verändert sich der Charakter“, sagt Haydn. Dort, wo das Fox House stand, soll bald ein fünfstöckiges Wohnhaus hochgezogen werden. "Warum gibt es dann überhaupt noch Schutzzonen?“, fragt der Architekt.

Aus der MA 19 (Architektur Stadtgestaltung) heißt es, die Widmung erlaube eine derartige Bebauung. Der Eigentümer habe um eine "unwesentliche Erhöhung der Bebaubarkeit“ angesucht, erklärt der Grüne Bezirksvorsteher von Neubau, Thomas Blimlinger. Dafür habe es einen positiven Bescheid gegeben, es sei also alles rechtens. Und fügt hinzu: "Ob es schön ist oder nicht, entscheidet Gott sei Dank nicht der Politiker.“


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