Todestrieb und Höhenrausch

Feuilleton | Reportage: Matthias Dusini | aus FALTER 33/12 vom 16.08.2012

Was zieht jeden Sommer Millionen Menschen in die Berge? Ein Selbstversuch auf dem Hochschwabgipfel

Eine Stunde Aufstieg liegt hinter uns, da breitet sich im Dämmerlicht eine Märchenlandschaft aus: eine sattgrüne Almwiese voll bunter Blumenblüten, gesäumt von mächtigen Steintrümmern. Das verschwitzte Hemd klebt am Rücken, ein Blick hinauf auf den weit entfernten Gipfel trübt den Genuss - die Mühsal hat gerade erst begonnen.

Am Bergsteigen scheiden sich die Geister. Was die einen als erhabenen Höhenrausch empfinden, lehnen die anderen als sinnlose Plackerei ab. Im Tal bleiben jene, die als Kinder hinauf mussten und das Edelweiß für konservative Propaganda halten.

Entgeht ihnen etwas? Der Autor unternimmt einen Selbstversuch. Ausgangspunkt ist das Gasthaus Bodenbauer in der steirischen Gemeinde St. Ilgen, Ziel der Hochschwabgipfel auf 2277 Höhenmeter. Wir brechen um 17 Uhr auf, um der Sommerhitze zu entgehen, bei Einbruch der Dunkelheit wollen wir das Schiestlhaus erreicht haben,


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