Nach der Hipness bleibt eh noch die Gelassenheit

Feuilleton | Porträt: Klaus Nüchtern | aus FALTER 33/12 vom 16.08.2012

Beim Jazzfestival Saalfelden tritt Tim Berne heuer gleich mehrfach auf. Das hat gute Gründe: Der US-Saxofonist versteht es, auf mehreren Kirtagen zu tanzen, ohne sich dabei zu zersprageln

Es gab eine Zeit - und sie liegt nicht einmal so weit zurück -, da war Jazzavantgarde hip. Nicht gerade iPhone-schick, nicht das angesagteste "Muss haben“-Ding, aber doch immerhin für ein paar Distinktionspunkte gut.

Wir sprechen von den späten 1980ern, frühen 1990ern, und der Ort war New York. Das East Village, um genauer, die zum Club umgerüsteten Räumlichkeiten eines ehemaligen Lagerhauses, um ganz genau zu sein.

Damals war die Knitting Factory, so der Name des 1987 gegründeten Etablissements, das Epizentrum diverser strenger und koketter, aggressiver und introvertierter Spielarten musikalischer Postmoderne - man war damals ja nicht so.

Das ist alles längst vorbei. Heute ist die Knitting Factory ein Allerweltsclub in Bobo-Brooklyn, in dem Bands mit Namen wie Harry & the Potters auftreten. Und


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