Wien, wo es isst Kulinarischer Grätzel-Rundgang

Mauerbach: die Sause in der Kartause

Stadtleben | Lokalaugenschein: Florian Holzer | aus FALTER 33/12 vom 16.08.2012

Ich bin nur etwa drei Kilometer von Mauerbach aufgewachsen. Mauerbach war fad, wir kannten niemanden aus Mauerbach. Umso erstaunlicher ist es, wie sich diese kleine Gemeinde rund um die atemberaubende Kartause (die in meiner Kindheit eine abgefuckte Ruine war) derzeit präsentiert, nämlich als das bisher lässigste Sommergrätzel dieser Saison.

Das fängt gleich einmal beim Fleischhauer Anton Klaghofer an: Der Mann spricht zwar ein bisschen viel über Gott, aber auch über Respekt, er schlachtet noch selbst, die Tiere kommen aus der unmittelbaren Gegend, jedes Stück, das er verkauft, wird selbst gemacht. Zum Beispiel eine Blunzen, die schon Preise gewonnen hat, ein heiß geräucherter "Wienerwaldschinken“, vor allem aber der "Kartäuserschinken“, nach Mondphasen geschlachtet ("da kommen dann keine Fliegen“), kalt geräuchert und neun Monate luftgetrocknet - ein unglaublich guter Schinken, findet man in Österreich selten.

Kartäuserschinken ohne Fliegen

Dann nach Obermauerbach, gleich

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