Phettbergs Predigtdienst

Ich stürme trutzig in Gotty hinein

Kolumnen | aus FALTER 33/12 vom 16.08.2012

Als Ali mit mir in der U6 heimfuhr, sah ich das erste Mal dieses Plakat "August Walla.! Weltallende“. Und während ich auf den Hafner-Kaffee von Herrn Spanseiler, meiner heutigen Heimhilfe, wartete, gelang es Herrn Spanseiler, mit seinem winzigen Handy-Computer mir dieses Plakat um 15 Euro im Art/Brut Center Gugging zu bestellen. Schon bald wird es mir in der Wohnung, noch bevor ich wegen Bewegungsarmut versterbe, entgegenstrahlen!

Mein Hineinkraxeln ins Gotty wird immer ärger: Gestern, nach dem Gottesdienst im Selbstbestimmungstempel, lernte ich Frau Karin Keiter kennen. Es kam zu einem wunderbaren Gespräch, wo wir Tee mit Hirsebällchen bekamen, und nun weiß ich, aller guten Dinge sind drei: katholisch, schamanisch, hinduistisch.

Die Krönung ist ja, dass Anton Zeilinger sagt, Gotty sei nicht verifizierbar, aber sehr wohl falsifizierbar! Kunst muss pfiffig sein. Was soll ich da noch für einen Kren draufgeben mit meiner Retzer Haupt- & Handelsschule. Jetzt sterb ich einmal frohgemut und freu mich. Immer wenn wir einander begegnen, lässt mich Schwester Dekanin Maria-Michaela der Barmherzigen Schwestern horchen, welches Gesetzchen des Rosenkranzes sie gerade betet, an diesem Tag hat sie das Wunder von Kanaan angebetet.

Nach dem Sex, der mich die ersten 60 Jahre festhielt und nun langsam loslässt, "stürme“ ich trutzig in Gotty hinein! Vor allem begeistert mich, dass im Tempel der Selbstbestimmung (Ketzergasse 150) immer alle Heiligys aller Religionen angebetet werden. Endlich Schluss mit Konkurrieren der Religionen!

Anton Zeilinger beamt durch das Weltall wie in der Quantenphysik herum. Im Vorraum des Selbstbewusstseinstempels sind Fotos der Sternenstraßen. Wir, viel zu uninformiert, grübeln über Gotty. Die Kraft der Gedanken aber ist eigentlich das geheimnisvolle Beamen. Anton Zeilinger ist nun Star der heurigen Documenta in Kassel. Manuel war heute bei mir, und wir wissen nun, wo das August-Walla-Plakat hinkommen wird. Als Manuel mir zum 50. Todestag von Hermann Hesse den Roman "Demian“ vorlas, fühlten "wir“ uns sofort zu dritt: Demian & Manuel & ich. Hesse schrieb sich in wenigen Sätzen in wenigen Minuten in uns zum Weinen hinein.

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