Menschen

Guetta together

Falters Zoo | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 33/12 vom 16.08.2012

Das Ereignis der Woche, zumindest, was die Zahl der Teilnehmer betrifft, war ja wohl das, äh, Konzert des momentan berühmtesten Reglerdrehers der Welt in der Krieau. 30.000 Menschen waren bereit, eine Menge Geld dafür zu bezahlen, den französischen House-DJ, Remixer und Musikproduzenten David Guetta hinterm Computer beim Herumtun zu sehen und seine Tanzmucke zu hören. Soll so sein, wollen wir gar nicht weiter drüber lästern. Wenn James Last in die Stadthalle kommt, da lachen wir schließlich auch nicht drüber. Und bei Madonna (falls jemand gewettet hat, ob die Falter-Zoodirektion drei Wochen in Folge Madonna erwähnt: Bingo!) waren wir schließlich auch mit einer halben Million anderen oder so. Aber ein Mega-Rave am frühen Abend mitten im Wiener Prater, für die ganze Familie, das hatte schon was. Und Monsieur Guetta? Der riss die Arme in die Höhe, machte auf Stimmungskanone. Wie viel kassiert der DJ nochmal für so einen Auftritt? Wie viel bekommt man als DJ bei Impulstanz? Ein lausiges T-Shirt. Schon gut, wir haben verstanden. Das ist der Unterschied.

Apropos: Impulstanz ist auch wieder vorbei. Erfolgreich ging das Tanzfestival zu Ende, vor allem für die Empfänger des Prix Jardin d’Europe. Genau: Es gab heuer mehrere Sieger, die sich den Tanzpreis teilen dürfen. Konkret Eeva Muilu und Milja Sarkola aus Finnland, Florentina Holzinger aus Österreich und Naoko Tanaka, eine in Deutschland lebende Japanerin. Die bekam dann auch die von Heiri Häfliger gestaltete Preisskulptur "Papilotte“. Eine flotte Lotte, sozusagen.

In London beschloss man mit einer Wahnsinnsshow und Staraufgebot die Olympischen Spiele, im Museumsquartier fand nahezu zeitgleich etwas Ähnliches statt: Ein "Streifzug“ durch die Modegeschichte von Adam und Eva bis zur Innenstadtboutique. Verantwortlich für das, hm, Spektakel war einmal mehr Fashionflashmobber Mario Soldo und dementsprechend dicht war die B-Promi-Dichte. Christina Lugner, ganz viktorianisch. Tamara Mascara als Dragqueen, kreisch! Wie absolut fantastisch der Karneval im MQ wirklich war, lesen Sie doch bitte bei der Kollegin im Feuilleton auf Seite 21 nach.

Finden Sie eigentlich, dass das Gesellschaftsressort Ihrer Lieblingszeitung viel zu selten über Societyladys mit süßem "Babybäuchlein“ berichtet? Wollen Sie das tatsächlich? Bitte schön: Im Schönbrunner Tiergarten wurde die Elefantendame Tonga, 26, künstlich befruchtet und ist im neunten Montag schwanger. Auf das niedlich Elefantenbaby müssen wir aber noch ein Jahr warten, Elefantenschwangerschaften dauern nämlich 22 Monate. Okay, erwischt. Natürlich erzählen wir hier auch weiterhin nicht von Babybäuchlein. Weil das keinen was angeht. Und interessiert. Genauso übrigens wie irgendwelche Schönheitschirurgen, die sich von ihren Schönheitschirurgenfrauen scheiden lassen. Oder Kinder. Privatsache. Wobei wir wirklich nicht verstehen, weshalb die Wiener C- und D-Prominenz den Nachwuchs so gerne auf Kinderfilmpremieren und dort dann vor die Kameras zerrt. Können die ihr Privatleben nicht woanders austragen?


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