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Falter & Meinung | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Wie wir wurden, was wir waren

Wasser & Krieg

Es war heiß im August 1992, und eine kriegerische Intervention auf dem Balkan lag in der Luft. Die Hitze inspirierte Thomas Rottenberg zu einem Besuch in der Schaltzentrale der Wiener Wasserwerke, wo auf fantastischen, architektonisch überhöhten Bildschirmen im technooptimistischen Design der 1960er-Jahre das Wiener Wasser verwaltet wurde. Nein, bei uns wird es nicht knapp, beteuerten die Herrschaften von den Wasserwerken. Anders als in New York, wo man mit den dort tropfenden Wasserhähnen einen Fluss speisen könnte.

Zum Balkan erschien ein großer Essay des Historikers Siegfried Mattl, der ausgehend von österreichischen Ressentiments im Ersten Weltkrieg ("Serbien muss sterbien“) nachwies, dass die Mentalität führender österreichischer Bellizisten nichts von der am Balkan herrschenden Realität mitbekommen hatte, die klarmacht, dass - "so hart es klingt“ - rein militärische Aktionen ohne Umsiedlungen, Volksabstimmungen, Grenzrevisionen


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