Meinesgleichen

Digitale Demenz ist auch nur so ein Befund aus Korea

Falter & Meinung | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Mit zwei Zitaten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen machte mich die Agentur pressetext.com glücklich. Die "Topstory“ vom 18.8. lautete "Manfred Spitzer: Internet macht dumm“ und berichtete, die Auslagerung des Denkens an Maschinen schade der Intelligenz, was ungefähr so plausibel klingt wie die Mitteilung, die Auslagerung des Essens an Maschinen schade dem Appetit. Der Psychiater Spitzer hatte gute Argumente, die auch schon von anderen Gehirnforschern vorgebracht wurden. Zum Beispiel sagte er: "Die Bezeichnung, Digitale Demenz‘ haben Kollegen aus Korea 2007 zur Beschreibung eines Phänomens eingeführt, das sich seither noch zugespitzt hat: Junge Erwachsene konzentrieren sich immer weniger, merken sich nichts mehr, haben Probleme mit dem Lesen von Texten, sind müde und motivationslos und stumpfen emotional ab.“

Ehe Sie jetzt glauben, das sei Wasser auf meine Mühlen, möchte ich anmerken, dass die digitale Demenz nur eine der vielen grassierenden Demenzformen ist. He, ich nehme das Internet in Schutz! Ich bin ein Fan des Internet! Ich habe nämlich auch am Vortag pressetext.com gelesen, und da stand folgende Schlagzeile: "Viele Facebook-Freunde deuten auf großes Hirn.“ Soziale Kompetenz lasse die Hirnrinde wachsen. Na also. Ich fürchte zwar, das größte Hirn hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der - seine Freunde verlachend - Milliardär wurde. Über der Schlagzeile "Internet macht dumm“ steht auf pressetext.com übrigens: "Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter.“

Quelle:

pressetext.com vom 17. und 18.8.


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