Kommentar 

Schießen Sie nicht auf den Journalisten - auch wenn er bloß Fiktion ist

Fiktion & Feuilleton


Klaus Nüchtern
Falter & Meinung | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Ein echter Whodunit ist gelöst, noch bevor der Krimi überhaupt in die Buchhandlung gelangte: "Der Sturm“, in dem das grausam verstümmelte Mordopfer eindeutig Züge von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher trägt, wurde nicht von einem unbekannten Schweden, sondern von SZ-Feuilletonchef Thomas Steinfeld verfasst, der die Tat nach einem lückenlosen Indizienbeweis seines Kollegen Richard Kämmerling von der Welt auch sofort gestanden hat. Hatte er es - gleich notorischen Serientätern, die für ihre Intelligenz bewundert werden wollen - gar auf Enttarnung angelegt? Für Bewunderung besteht freilich kein Anlass: weder für die obszöne Tötungsfantasie noch für die unredliche "Alles bloß Fiktion!“-Ausrede und schon gar nicht für den S. Fischer Verlag, der diesen bösen Unfug auch noch mitgemacht und gedeckt hat.

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FALTER 46/18

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