Kommentar 

Pussy Riot versus Putin: zwei Jahre Straflager für drei Lausemädchen

Protestkunst

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Ein Moskauer Gericht hat am 17. August Nadeschda Tolokonnikova, Maria Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch von der Punkband Pussy Riot zu einer Haftstrafe von jeweils zwei Jahren verurteilt. Die Anklage lautete auf Rowdytum aus religiösem Hass.

Das den Künstlerinnen zur Last gelegte Verbrechen ist eine Aktion in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale im Februar dieses Jahres. Die vermummten Frauen stürmten vor den Altar und sangen ein Schmähgedicht auf die orthodoxe Kirche und Ministerpräsident Wladimir Putin.

Es war nicht das erste Mal, dass die Kathedrale im Zentrum der Stadt zum Schauplatz antireligiöser Aktivitäten wurde. Josef Stalin ließ das Gebäude sprengen, um hier den Palast der Sowjets zu errichten. Davor sollen geweihte Ikonen als Bauholz verwendet worden sein.

Nach dem Scheitern des Großprojekts entstand auf dem Grundstück ein Freibad, ehe Mitte der 1990er-Jahre mit der Rekonstruktion begonnen wurde - als Akt der Wiedergutmachung.

Die Musikerinnen suchten sich für


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