Am Apparat  

Meucheln Sie die Scheuchs mit Fotos, Herr Eggenberger?

Telefonkolumne

Politik | Anruf: Wolfgang Zwander | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Als Pressefotograf gilt Gert Eggenberger, 64, in Kärnten als Institution; seit Jahrzehnten ist er im Geschäft, jeder Politiker im Land kennt ihn, von ihm stammt das berühmte Foto von Wolfgang Schüssel und Jörg Haider in Haiders Porsche. Seit Kurt und Uwe Scheuch sich nicht mehr von ihm fotografieren lassen wollen, weil er "Meuchelfotos“ von den Brüdern schieße, hat Eggenberger über die Kärntner Landesgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt.

Herr Eggenberger, auf einmal wird über Sie und Ihre Fotos in der "ZiB 2“ diskutiert. Was sagen Sie dazu?

Mir ist das unangenehm, weil ich lieber unerkannt im Hintergrund arbeite. Ich mag keinen Wirbel um meine Person und kann nichts dafür, dass mein Fall auf einmal ein Politikum geworden ist. Ich habe nur meinen Job erledigt: Fotos schießen.

Was haben die Scheuchs gegen Sie? Schießen Sie wirklich Meuchelfotos?

Das ist ein alter Konflikt. Die Scheuchs wollen von sich nur Fotos sehen, auf denen sie die lachenden Strahlemänner sind. Wenn sie anders abgelichtet werden, erheben sie Einspruch und behaupten, man wolle ihnen Schlechtes und sei ihr Feind. Das grenzt doch an Verfolgungswahn. Ich hoffe, dass sich das mit den nächsten Kärntner Wahlen erledigt.

Wie verlief Ihre Zusammenarbeit mit Jörg Haider?

Ich habe mit Haider drei Jahrzehnte lang in bester Harmonie zusammengearbeitet. Er hat sich kein einziges Mal über eines meiner Fotos beschwert, obwohl ich ihn sicher nicht immer vorteilhaft getroffen habe.

Stimmt es, dass Haider Ihr berühmtes Foto von ihm und Bundeskanzler Schüssel in Haiders Porsche arrangieren ließ? Hat er Ihnen einen Tipp gegeben?

Ich habe einen Tipp aus Haiders Umfeld bekommen. Ich denke, dass er damit etwas bezwecken wollte. Aber mein Job ist nur das Fotografieren.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige