Mediaforschung 

Verflüxt noch mal! Ist das etwa Bionade, Herr Thompson?

Nachfragekolumne

Medien | Davinia Stimson | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Stiegl hat jetzt "Flüx“, eine neue Limo. Aber zumindest die Plakate lassen Durstige schnell etwas anderes assoziieren: eine Bionade. Denn das Sujet erinnert frappant an die Plakatkampagnen der bayrischen Limonadenbrauerkollegen aus den Jahren 2008, 2009 und 2010: einfärbig grellbunt mit weißer Schrift im dreidimensionalen Look.

Dieses Beinahe-Lookalike ist laut den Werbern Alistair Thompson und René Pichler von Demner, Merlicek & Bergmann weder Zufall noch Absicht, sondern leite sich schlicht aus dem Produkt selbst ab. Und außerdem würde es auf Bionade-Plakaten im Gegensatz zu den Flüx-Sujets keinen bunten Kästchenrand geben.

Die Schrift ist weiß, damit die lustig gemeinten Sprüche auch lesbar sind, mit denen biologische und vermeintlich gesunde Säfte traditionell daherkommen - man denke etwa an die Vöslauer Biolimo mit dem Slogan "Wie Sex, aber mit mehr Abwechslung“.

Kann man nur so für Biogetränke werben? Thompson und Pichler sehen das "verflüxt noch mal anders“. Der Sexslogan von Vöslauer käme zwar aus der gleichen Werbeagentur wie Stiegls "Flüx“, aber sonst hätten beide Kampagnen gar nichts miteinander gemein.

Fairerweise muss man sagen: Im Fall Bionade vs. Flüx ist das Produkt auch sehr ähnlich. Gebraute Limonade, nicht zu süß und mit wenig Kalorien. Aber wie ein Bionade-Plakat schon 2008 verkündete: "Die größte Leistung unserer Mitbewerber liegt darin, dass sie uns noch vor den Chinesen kopiert haben.“


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