Das Gute ist möglich

Feuilleton | Buchkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Der US-Schriftsteller Richard Ford winkt in seinem furiosen Roman "Kanada“ vom Gipfel der Erzählkunst

Wer zusehen muss, wie die eigenen Eltern in Handschellen abgeführt, Bankräuber geschimpft und ins Gefängnis gebracht werden, und schließlich allein zurückbleibt, könnte darüber durchaus den Verstand verlieren. Er könnte panisch durchs ganze Haus rennen und heulen und sich der Verzweiflung anheimgeben, weil von nun an nichts mehr in Ordnung ist. Das mag für manch einen zutreffen. Aber niemand weiß, wie er in so einer Situation reagiert. Ich kann nur sagen, das meiste davon fand nicht statt (…).“

Man schreibt das Jahr 1960. In der Kleinstadt Great Falls, Montana verbringt der einsame Teenager Dell Parsons den Sommer mit Schachspielen und seiner Zwillingsschwester Berner, mit der er rumhängt. In ein paar Wochen soll er auf die Highschool wechseln, und als wissbegieriger Bub freut er sich auch darauf. Doch daraus wird nichts werden, weil seine Eltern sich zu einer Wahnsinnstat


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