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Kurz besprochen: Tarzan, Cheever und andere Helden

Feuilleton | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Gefängnisroman

John Cheever: Willkommen in Falconer. Deutsch von Thomas Gunkel. DuMont, 223 S., € 20,60

"John Cheever weiß mehr als der Papst“, sagt Peter Handke - und hat recht. Der 1977 im Original erschienene Roman, der als der persönlichste des Autors gilt, spielt in einem Gefängnis in Falconer, New York, wo Ezekiel Farragut, ein Universitätsdozent Ende 40, wegen Mordes an seinem Bruder einsitzt. Was es damit auf sich hat, erfährt man erst auf den allerletzten Seiten. Wie so viele Knastbrüder betrachtet Farragut seine Tat mehr als "Unfall“ denn als Verbrechen. Er stellt sich um sein Methadon an, erinnert sich an die kaltherzige Ehe- und andere Frauen, hört sehnsüchtig auf das Quietschen der Basketballschuhe seines Geliebten, wird Zeuge eines furchtbaren Massakers an Katzen, erwartet aufgeregt wie alle den Besuch eines Kardinals …

Den Gefängnisalltag schildert Cheever nie lakonisch-realistisch, sondern stets in der für ihn typischen resonanzreichen, alle Register ziehenden


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