Ohren auf  

Vom Beblasen unkrummer Instrumente

Sammelkritik: Jazz aus Frankreich, Griechenland, Deutschland und den United States of Austr(al)ia

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Ich habe mich in die Stunden des Verbrechens hineinversetzt, mich mit den Tätern und Opfern identifiziert und so den Moment des Massakers nacherlebt“, schreibt Günter Baby Sommer im 150 Seiten starken Booklet zu seiner CD "Songs for Kommeno“ (Intakt). Sie ist dem Andenken an die Opfer jenes Verbrechens gewidmet, das die deutsche Wehrmacht im August 1943 an der Bevölkerung des genannten Dorfs begangen hat.

Ob ein solcher einfühlender Umgang mit der Geschichte wünschenswert, zulässig oder auch nur möglich ist, sei dahingestellt, musikalisch ist die Kooperation des angemessen zurückhaltend agierenden deutschen Perkussionisten mit griechischen Musikern durchaus geglückt. Savina Yannatous brüchige Vokalisen meiden das Überexpressive, Spilios Kastanis und Evengenios Voulgaris streichen den Bass bzw. den Yayli-Tanbur und sorgen für den elegischen Grundton, den Floros Floridis (cl, ss) nur gelegentlich durch Free-Phrasen aufbricht. Und im abschließenden "Kommeno Today“ darf dann


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