Stadtrand 

Himmelszelteln in der Großstadt

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 34/12 vom 22.08.2012

Als Hundemensch kennt man bald die verwuchertsten Grünstreifen, verfallensten Hinterhöfe oder wildesten Gstätten der Stadt. Dort entdeckt man mitunter recht erstaunliche Dinge. Etwa das geheime Open-Air-WC am Margaretengürtel: ein besonders üppiges Gebüsch an der Kreuzung Gumpendorfer Gürtel und Linke Wienzeile. Ganz selten, dass der Hund dort keinen Mann mit runtergelassenen Hosen aufspürt.

Besonders auffallend ist diesen Sommer aber, dass so enorm viele Menschen im Freien schlafen. Und vermutlich nicht bloß, weil es in den Wohnungen backofenheiß ist. Wer bei Sonnenaufgang grasbestandene Pinkelplätze abgeht, stolpert allerorts über Schlafende. Männer, die sonntagmorgens um acht auf der Margaretengürtel-Wiese schnarchen oder nachmittags am Rudolfsplatz in der Innenstadt, auf dem Grünstreifen am Gürtel, wo links und rechts der Verkehr vorbeidonnert. Auch mehrfach gesehen: Männer, die auf irgendwelchen Bänken in den Hundezonen nächtigen. Warum sind es plötzlich so viele? Wo werden sie nur im Winter schlafen?


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